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Es war einmal ein junger, mutiger Russischer Toy Terrier. Sein Name war Cher KIT und sein dichtes langes Fell hatte die Farbe black and tan. Er war sehr stolz auf die wunderschönen Fransen an seinen Ohren und er trug seine Sichelrute stets fröhlich und perfekt geschwungen.

Eines Tages verließ er Moskau und lebte bei seinem neuen Frauchen im Münchner Westend. Jeden Tag ging er mit ihr im Bavariapark spazieren. Dabei beobachtete ihn der Fotograf Steven Daniel, der in einem Haus am Park im fünften Stock sein Fotostudio hat. Er saß dort mit seinem Partner und drei Models am Fenster beim Frühstück. Da sie noch nie einen Russischen Toy Terrier gesehen hatten, überlegten sie zusammen, was das wohl für ein Wesen sein konnte, was da unten auf dem Weg an der Leine lief, vielleicht eine vierbeinige Fledermaus oder ein Meerschweinchen?

Dann gelang es Steven endlich KIT einmal im Bavariapark zu treffen. Er sah einen wunderschönen Zwerghund und die Besitzerin erzählte ihm, dass KIT aus Russland kommt und von der Geschichte der Toy Terrier. Von diesem Tag an trafen sie sich öfter und Steven und KIT wurden gute Freunde. Steven erzählte davon auch zu Hause. Er wusste auch inzwischen von Gemälden im alten Russland, wo die Damen der russischen Gesellschaft sich zusammen mit ihren Toy Terriern hatten abbilden lassen. Aber niemand kannte solche Bilder und wusste, wie diese ausgesehen hatten.

Da machten die Models den Vorschlag, doch einmal ein solches Bild zusammen mit Cher KIT nachzustellen. Es konnte jedoch nur eine von den Models fotografiert werden, und so entschied Steven Daniel, das Model, welches das schönste russische Kleid in München finden würde, sollte zusammen mit KIT aufgenommen werden.

Da machten sich die drei Models auf die Suche. Sie suchten in ihren Schränken, auf dem Dachboden, bei Secondhand und in den besten Läden von München.

Das erste Model brachte ein wunderschönes blaues Kleid aus Seide-Chiffon, dass es auf dem Wiener Opernball tragen wollte. Der Schnitt war figurbetont und der Stoff war mit einzelnen Steinen von Swarowski bestickt. Aber leider hatte es nicht die gesuchte Ausstrahlung. Es sah nicht "russisch“ aus.

Das zweite Model brachte ein elegantes grünes Seidenkleid mit einer Pelzstola. Der Rock war weit ausgestellt. Der Stoff aus Taft wirkte sehr elegant und das Oberteil war bestickt in einem Arabeske-Muster mit vielen kleinen Perlen und Strass-Steinen. Aber es wirkte damit nicht russisch, es war zu modern.

Aber dann kam das dritte Model, Michaela, und sie brachte ein rotes Kleid mit einem Blumenmuster und herrlichen Spitzen an den Ärmeln. Die Korsage war königlich geschnitten und vom Dekolletee bis zur Taille verlief ein wunderschönes Satinband. Der Stoff des Reifrocks war sehr schwer, aber durch die Blüten wirkte er sehr graziös und repräsentativ zugleich.

Da entschied der Fotograf, dass dieses Model mit Cher KIT fotografiert werden sollte.

Am nächsten Tag kam das Model Michaela in ihrem roten BMW Roadster Z1 um Kit für das Fotoshooting abzuholen. Und Kit, der mutige russische Toy Terrier freute sich sehr sie zu sehen. Ohne zu zögern sprang er in das Auto und saß dann ganz stolz neben ihr auf dem schwarzen Ledersitz, um die Fahrt ins Hotel, wo fotografiert werden sollte, zu genießen.

Statt eines Mittagessens gab es an diesem Tag für KIT seine LieblingsLeckerlies, nämlich kleine Käsestücke. Und für Käse war Kit schon immer bereit gewesen alles zu geben. Er hörte genau auf die Stimme von seinem Fotografen und den Zeichen von seinem Frauchen und platzierte sich exakt auf dem Schoß von dem Model Michaela, die inzwischen perfekt geschminkt in dem wunderschönen russischen Kleid auf einer Jugendstilcouch saß. Er hatte keinerlei Angst über den raschelnden Rock zu laufen, und sich dann dort in den verschiedenen Positionen zu setzen oder zu legen. Und auch das Blitzlicht machte ihm überhaupt nichts aus. Er hatte verstanden, dass alles von ihm abhing und er fühlte sich absolut im Mittelpunkt. Und es gab nach jedem Foto ganz viel Lob und was am Besten war, nämlich Käse.

Nach einer Stunde war sein Frauchen völlig erschöpft. Aber Cher KIT war keinesfalls müde. Trotzdem beendete der Fotograf Steven das Fotoshooting. Er freute sich sehr über das Ergebnis. Er hatte viele gute Fotos machen können. Und auch Michaela war ganz glücklich.

Als KIT und sein erschöpftes Frauchen wieder zu Hause waren, ging diese einfach nur noch ins Bett, um ein etwas verspätetes Mittagsschläfchen zu halten. KIT sah sich die Sache an, und beschloss ebenfalls ein Nickerchen zu machen. Er quartierte sich hinter dem Kopfkissen von seinem Frauchen ein und schloss zufrieden die Augen. Er wusste jetzt, er würde einmal berühmt werden.

 
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